Sonntag, 30. April 2017

Sonne am 30.4.2017

Es ist einige Zeit her, seit ich das letzte Mal an einem wolkenfreien Morgen gleich nach dem Aufstehen die Sonne beobachten konnte. Meist saß ich auf der Arbeit und durfte mich nachmittags mit Wolken und nur wenigen Lücken darin abquälen. Dafür war das Seeing heute schlechter als gestern ...

Im Weißlicht war die Aktivität weiter sehr statisch und allein durch die Sonnenrotation bestimmt: Die AR 12651 stand direkt am westlichen Sonnenrand in einem auffällig hellen Fackelfeld und war bereits halb um den Rand rotiert, während die AR 12653 weiter eine kleine J1 war. Die AR 12654 war als A1 sehr schwer zu finden und mir gelang es auch nur durch Zufall, als ich in der fraglichen Gegend nachschaute. Mit etwas weniger Konzentration oder noch schlechterem Seeing hätte ich sie wahrscheinlich übersehen und es ist fraglich, ob sie die kommenden Tage überstehen wird.

Im H-alpha-Licht hingegen störte das Seeing fast gar nicht, es gab aber auch weniger zu sehen. Am Sonnenrand standen 7 Protuberanzen und nur eine im Nordosten war größer, aber deutlich schwächer wahrzunehmen als gestern. Fast gegenüber am Westrand, nördlich der Position der AR 12651 leuchtete eine kleine Protube hell auf, der Rest lugte nur knapp über den Sonnenrand hinaus. Die Oberfläche wirkte auch fast leer, obwohl ich hier 3 schwache Flaregebiete und 7 Filamente vorfand. Nur eine im Westen war wirklich auf den ersten Blick zu finden, der Rest nur klein, punkt- oder stummelförmig. Der Rest der Sonnenoberfläche war auch im H-alpha-Licht erscheinungsfrei. 

Samstag, 29. April 2017

Sonne am 29.4.2017

»Beobachten bis die Wolken kommen«, das war des Motto am frühen Morgen, denn kaum wachgeworden, stürzte ich aus dem Bett, nahm meine »Sonnensachen« und lief auf den Dachboden. Nach dem Aufbau war ich zunächst erschrocken, denn das Seeing war gruselig, besserte sich aber mit zunehmender Beobachhtungsdauer. Und vor allem: der Himmel war wolkenfrei … noch!

Im Weißlicht hatte es keine Veränderungen gegeben. Die AR 12651 war im Norden weiter eine C2 und stand nun mitten im randnahen Fackelfeld. Im Sünden war die AR 12653 wieder eine J1. Beide sehr leicht zu finden. Probleme machte nur die kleine A1-Gruppe, die ich gestern noch relativ problemlos fand, was mit heute aber nicht auf Anhieb gelingen sollte. Erst nach ein paar Minuten, als das Seeing mal kurz »stand« ploppte sie plötzlich auf und ich konnte sie sicher halten. Von der NOAA hatte sie inzwischen eine eigenständige Nummer erhalten: AR 12654.

Das in dem Augenblick deutlich bessere Seeing ließ mich deutlich mehr Einzelheiten erkennen. Herausragende Erscheinungen waren am Ostrand zwei steil aufragende Protuberanzen, die auch gleichzeitig die beiden größten von insgesamt 7 waren. Der Rest war wieder nur klein und mickrig. Auf der Oberfläche waren 4 sehr großflächige Flaregebiete zu erkennen, auch an Positionen, an denen es im Weißlicht keinen Fleck gab. Das Gesamtbild wurde durch 8 kleine Filament-Stummel abgerundet, die ziemlich regellos verteilt waren.

Als ich eine ruhige Abschlussbetrachtung vornehmen wollte, tauchten plötzlich Wolken auf und beendeten meine Beobachtung. Beim Entstehen dieses Blogbeitrags sind sie übrigens wieder verschwunden ...

Freitag, 28. April 2017

Sonne am 28.4.2017

Erst gegen Mittag konnte ich heute die Sonne unter einigermaßen vernünftigen Bedingungen beobachten und da war ausnahmsweise – trotz der Tageszeit – das Seeing mal ganz gut. Störend waren nur die kaum Platz machenden hohen Wolkenschichten, die nur selten echte Wolkenlücken zuließen.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert: die AR 12651 war immer noch eine C2 und stand nahe dem Westrand in einem Fackelfeld: das erste, das ich seit Tagen sehen konnte. Die nun westlich des Sonnenmeridians stehende AR 12653 war weiter eine J1 und am Ostrand – auf der Nordhalbkugel – war eine kleine A1 um den Rand herumrotiert. Sie stand in dem zweiten Fackelfeld, das heute im Weißlicht zu sehen war.

Das gute Seeing animierte natürlich zu einer H-alpha-Beobachtung, doch auch hier war die Gesamtaktivität der Sonne dürftig. Am Rand gab es nur 5 Protuberanzen, die allesamt steil aufragenden Spritzern glichen, während auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und 4 stummelartige Filamente zu sehen waren. Und wieder waren weite Teile der Sonnenoberfläche vollkommen ohne Erscheinungen jedweder Art.

Donnerstag, 27. April 2017

Sonne am 27.4.2017

Die heutigen Sichtbedingungen waren kaum besser als die gestrigen. Es standen nur wenige Wolkenlücken zur Beobachtung zur Verfügung und darin war das Seeing abermals grottig. Ein heftig wallender Sonnenrand und eine blubbernde Oberfläche behinderten die ohnehin nur knappen Möglichkeiten zusätzlich.

Im Weißlicht konnte ich nur noch die AR 12651 als C2 und die AR 12653 als H1 sehen und kein einziges Fackelfeld am Sonnenrand.

Im H-alpha-Licht sah es kaum besser aus: Am Rand 6 mickrige Protuberanzen, die kaum mehr als knapp über den Rand hinausragende Spitzen zeigten, auf der Oberfläche 3 nur noch wenig aufgehellte, aber großflächige Flaregebiete sowie 5 kleine Filamente – nur eines im Nordwesten nahm etwas mehr Fläche ein. Weite Teile der Oberfläche waren erscheinungsfrei und es sieht so aus, als ob sich die Aktivität unseres Tagesgestirns erst einmal wieder zur Ruhe begibt.

Mittwoch, 26. April 2017

Sonne am 26.4.2017

Endlich konnte ich einigermaßen störungsfrei nach Feierabend beobachten und es hätte wirklich schön werden können: wenn ich nicht hätte länger arbeiten müssen und wenn das Seeing nicht grottig gewesen wäre. Am Rande einer träge dahinziehenden Gewitterwolke war der Himmel blau und mutig stellte ich mein Teleskop auf der Fensterbank auf. Nur vereinzelte Windstöße störten mein Treiben. Doch der Blick durch das Teleskop war zum Abgewöhnen: ein zittriger Sonnenrand und eine blubberige Oberfläche. Für Sekunden war das Bild zwar besser, um gleich danach wieder katastrophal schlecht zu werden.

Im Weißlicht hatte ich denn auch echte Probleme, überhaupt etwas zu sehen. Von der AR 12651 im Norden sah ich nur die beiden Penumbren, weshalb ich sie als D2 einstufte und die AR 12651 als A1 sah ich zunächst überhaupt nicht. Erst, als ich schon aufgeben wollte, zeigte sie sich ganz kurz, um danach wieder im Seeinggeblubber zu verschwinden. Bei der AR 12653 im Süden war es etwas einfacher: sie war für mich eine H1.

Eigentlich hätte ich mir eine nachfolgende H-alpha-Beobachtung schenken können. Das Seeing schlug hier noch grausamer zu, denn am Anfang sah ich nur ein konturlose Oberfläche und einen wabbeligen Rand ohne Protuberanzen. Aber auch hier zeigte sich zeitweise dann doch etwas und so zählte ich schnell die Erscheinungen durch, bis die Gewitterwolke die Beobachtung vorzeitig beendete. Ich kam – nur mit sehr großer Mühe – auf 6 Protuberanzen (inkl. Einem schwebenden Teil am Westrand), 4 kleine Filamente und 2 Flaregebiete. Es gab nur zählbare Beobachtungen, keine wirklich schönen Astrobeobachtungen am heutigen Tage.

Dienstag, 25. April 2017

Sonne am 25.4.2017

Heute zog Murphy -  nach dem nächsten Ausfalltag - mal wieder alle Register: erst zog es schlagartig zu, als ich zu Hause ankam, dann hing die einzig verfügbare Wolkenschicht direkt vor der Sonne, als nächstes drehte sich wieder mal der Okularauszug und warf das Okular heraus – ich konnte es gerade noch auffangen, bevor es aus dem Fenster viel – und dann war bei allem Überfluss das Seeing zeitweise eine mittelschwere Katastrophe. Zwischen den wenigen wolkenfreien Augenblicken, die sich mir boten, waren der Sonnenrand und die Oberfläche so am Wabern, dass ich schon wieder abbauen wollte.

Als nächstes – das Teleskop stand auf der Fensterbank - wehte der Wind so in das Zimmer hinein, dass ein Gefäß herunterfiel und seinen gesamten Inhalt – frisches Wasser – über den Boden ergoss. Darüber verging dann eine weitere Wolkenlücke und ich musste fast 20 Minuten auf die nächste warten. Vom Aufstellen des Teleskops bis zum Ersten durchschauen verging eine gute halbe Stunde … und dann war das Sonnenbild nur mäßig gut.

Im Weißlicht fand ich zunächst nur 2 Fleckengruppen, die AR 12651 als D2 und die AR 12653 als H2. Die AR 12652 war zunächst nicht zu finden und tauchte erst Minuten später aus dem allgemeinen Gewaber auf. Ich klassifizierte sie als A1, mehr konnte ich da nicht sehen und auch keine Fackelfelder entdecken.

Mutig setzte ich noch mein PST ein. Mit dem gleichen Effekt: ich verscheuchte damit die Wolkenlücken und es dauerte abermals eine gute Viertelstunde, bis ich mich bei miesem Seeing regelrecht durchkämpfen musste. Am Rand zählte ich 6 Protuberanzen, darunter zwei, fast gegenüber stehende, schwebende Bögen und auf der Oberfläche 3 Flaregebiete und 5 kleine Filamente. Kaum damit fertig, kam die nächste Wolke an. Mittlerweile, wo dieser Blogbeitrag entstand, wurden die Wolkenlücken größer, doch nahm gleichzeitig der Wind an Heftigkeit zu, sodass ich auf einen weiteren Beobachtungsversuch verzichtete ...

Sonntag, 23. April 2017

Sonne am 23.4.2017

Der Morgen nach der »Langen Nacht der Museen« begann mit einem dicken Murph: bis kurz vor der Zeit, genauer gesagt: 5 Minuten (!!!), wo ich auf dem Dachboden hätte beobachten können, zog der bis dahin klare Himmel zu und es schüttete wie aus Eimern. Die nächste größere Wolkenlücke kam erst 4 Stunden später, als die Sonne exakt über der Häuserkante stand und ich mit meinem Teleskop nicht rankam. Es musste nochmals eine Stunde vergehen, bis ich endlich das Fernrohr auf die Sonne ausrichten konnte und feststellen musste, dass das Seeing eine einzige Katastrophe war: Sonnenrand in ständiger Bewegung und auf der Oberfläche nichts zu sehen. Erst allmählich – das Ende der Wolkenlücke war schon zu sehen – wurden die Sichtbedingungen etwas besser.

Im Weißlicht war die Ar 12651 auf der Nordhalbkugel weiterhin zu sehen und zwar als D4 mit jeweils zwei Flecken in den und außerhalb der Penumbren. Dahinter stand eine nur in den Augenblicken ruhiger Luft sichtbare A1. Im Sünden war die AR 12653 als H2 zu sehen, wobei nur schwer zu entscheiden war, ob es sich hier um zwei dicht beieinander stehende Penumbren mit Fleck handelte, oder ob das Hofgebiet beide Flecken umfasste. Imposant war das dahinter stehende Fackelfeld, in dem es so aussah, als ob da ein weiterer Fleck drinsteckte, den ich aber nicht sicher sehen konnte und daher nicht mitzählte.

Im H-alpha-Licht – hierfür hatte ich wegen des Endes der Wolkenlücke nur wenig Zeit – fand ich 5 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 4 zum Teil sehr große Flaregebiete und 4 Filamente, wobei das größte im Nordosten als dicker »Flatschen« zu sehen war. Kurz nach Ende der Schnellauszählung zog der Himmel wieder zu und es begann wieder zu regnen und zu stürmen ...

Samstag, 22. April 2017

Sonne am 22.4.2017

In der heutigen „Langen Nacht der Museen“ in Hamburg, an der ich auf der Bergedorfer Sternwarte tätig sein werde und vorher noch eine Führung mache, steht viel Astronomie auf der Agenda, da konnte ich nicht unbedingt erwarten, morgens auch noch beobachten zu können. Aufgrund der aktuellen Sturmlage wechselten sich aber Wolken und blauer Himmel in rascher Folge ab und so gelang mit eine Relativzahlbestimmung kurz nach 8 Uhr. Leider war das Seeing – wie immer bei solchen Wetterlagen – nicht berauschend.

Im Weißlicht war die AR 12651 auf der Nordhalbkugel als D5 mit zwei richtigen Penumbren zu sehen, die kleine AR 12652, vor zwei Tagen noch deutlich als A1 zu erkennen, hatte sich offenbar aufgelöst und war verschwunden. Im Süden war die AR 12653 neu um den Ostrand herum gekommen und eine J1, die mitten in einem Fackelfeld stand.

Im H-alpha-Licht konzentrierte sich die Aktivität unseres Tagesgestirns weitgehend auf die Osthälfte, bis auf die Protuberanzen, von denen ich 7 Exemplare fand und 2 davon am Westrand (eine Pyramide und die unteren Enden eines schwachen Bogens). Am Ostrand befand sich eine Protuberanz gerade im Übergang zu einem wirklich dicken, fetten Filament, das ein wenig an eine Raupe erinnerte. Ansonsten waren die 8 insgesamt Filamente wieder wild verstreut. Im näheren Umfeld der AR 12651 fand ich gleich 3 von 4 Flaregebieten (eines stand weiter westlich war war nahezu punktförmig). Abermals waren aber weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha-Licht völlig erscheinungsfrei!

Donnerstag, 20. April 2017

Sonne am 20.4.2017

Dank der Mitteleuropäischen Sommerzeit konnte ich nicht nur die Zeit nach Feierabend für eine Beobachtung nutzen, sondern auch die nun wieder auftauchenden Wolkenlücken. Als ich nach de Arbeit zu Hause ankam, war der Himmel nämlich schon wieder zugezogen, nachdem ich noch bei leichtem Sonnenschein in die U-Bahn eingestiegen war, um nach Hause zu fahren. Kurz vor 19 Uhr zeigten sich dann auch Richtung Osten kommende Wolkenlücken – die vorherrschende Richtung der Wolkenbewegung ist hier eigentlich Nordwest – und ermöglichten mir eine Beobachtung bei sogar ziemlich gutem Seeing.

Im Weißlicht war als erstes die AR 12651 als D4 mit 3 Penumbren zu sehen. Es hatte sich gegenüber gestern nichts verändert. Dahinter stand zum Sonnerand hin eine A1 in einem Fackelfeld und schräg nordwestlich der AR 12651 entdeckte ich eine weitere A1, die allerdings nur sehr schwer zu sehen war und quasi am Rande des Auflösungsvermögens meines Teleskops stand.

Im H-alpha-Licht fand ich am Rand wieder 7 Protuberanzen – einen Bogen ein ein wirres »Etwas« im Nordosten, eine Pyramide und eine schwebende Wolke sowie einige kleine Spitzen im Nordwesten -, 3 helle Flaregebiete rund um die AR 12651 und 7 Filamente, die wieder wild über die Sonnenoberfläche verteilt waren.

Mittwoch, 19. April 2017

Sonne am 19.4.2017

Der Tag begann durchaus sonnig und so sah es auch beim Feierabend aus. Dann jedoch ein klassischer Murph: sobald ich das Fernrohr aufbauen wollte, kamen Wolken an und schloss die relativ große Wolkenlücke. Es dauerte über eine Stunde, bis die nun mit einem Mal träge dahinziehenden Wolken den Blick auf die Sonne freigaben. Diese reichte aber nicht aus, um die Sonne wirklich vollständig zu beobachten. Es dauerte eine weitere Stunde und dann nochmals fast eine, bis ich alle Daten zusammen hatte. Das Seeing war dabei erstaunlich gut.

Im Weißlicht war die AR 12651 nun anscheinend vollständig um den Ostrand herum rotiert, denn es konnten hinter der Gruppe erstmal keine weiteren Flecken erkannt werden, sodass ich die Gruppe als D4 mit drei Penumbren klassifizierte und kein Fleck befand sich außerhalb der Hofgebiete. Das sie umgebende Fackelfeld war immer noch zu sehen und das nördlicher davon auch, das aber immer noch keinen Fleck enthielt.

Im H-alpha-Licht war die meiste Aktivität im Bereich der AR 12651 zu finden. Hier zeigten sich 3 der insgesamt 7 Protuberanzen, die zudem respektable Ausmaße hatten. Hier waren auch die drei einzigen Flaregebiete auf der ganzen Sonne zu finden. Dazu kamen noch 9 regellos verteilte Filamente, während große Teile der Sonnenoberfläche erscheinungsfrei waren.

Dienstag, 18. April 2017

Sonne am 18.4.2017

Nach den letzten, doch ziemlich erfolgreichen, Beobachtungstagen, wo ich morgens vom Dachboden aus beobachten konnte, setzte ich alle Hoffnungen auf den Feierabend, zumal ich tagsüber im Büro in der Sonne gesessen hatte. Spätestens ab mittags schlossen sich die immer weniger werdenden Wolkenlücken und es sah danach aus, als ob ich gleich wieder den nächsten Ausfalltag bekommen würde. Nach Feierabend gab es zwar durchaus wolkenfreie Gebiete am Himmel, doch die zogen alle an der Sonne vorbei.

In einer ersten Wolkenlücke war allerdings so gut wie nichts zu sehen, der Sonnenrand war heftig in Bewegung und auf der Oberfläche war praktisch nichts zu sehen, das Seeing lag zwischen 4 und 5. Die Beobachtung wäre also völlig unbrauchbar gewesen. Erst drei (!) Stunden später riss die Bewölkung im Nordwesten auf. Die Sonne war inzwischen deutlich tiefer gesunken und so konnte ich bei nun wieder ganz guten Seeing (Ruhe und Schärfe 3) beobachten.

Im Weißlicht war am Ostrand die neue AR 12651 als D2 aufgetaucht und stnd in einem auffälligen Fackelfeld. Nördlich davon gab es ein zweites, worin sich aber kein wahrnehmbarer Fleck befand. Bei der neuen Gruppe könnte es sich um die alte AR 12544 handeln, genaueres wird man aber erst feststellen können, wenn die ersten Positionsmessungen vorliegen.

Jetzt war auch eine Beobachtung im H-alpha-Licht möglich. Am Ostrand erkannte ich nur zwei Protuberanzen, einen kleinen Bogen und eine Spitze. Beide positioniert an den Stellen, in denen im Weißlicht die beiden Fackelfelder und die neue AR 12651 zu sehen waren. Hier befanden sich auch zwei der insgesamt 10 Filamente, die wild verstreut über der Sonnenoberfläche zu sehen waren. Dabei hatte sich die Filamentkette am Südpol abermals verkürzt, war aber nach wie vor sichtbar.

Am Ende eines nicht nur in wettertechnischer Hinsicht durchaus chaotischen Tages stand dann noch eine Sonnenbeobachtung, die ebenfalls einen ziemlich bizarren Hintergrund hatte.

Montag, 17. April 2017

Sonne am 17.4.2017

Der Morgen begann wieder sehr sonnig – ich werde es schmerzlich vermissen, wenn ich ab morgen wieder auf der Arbeit bin und Überstunden machen muss – und so konnte ich gleich wieder auf dem Dachboden beobachten. Dieses Mal bei außergeöhnlich gutem Seeing, was selten genug vorkommt. Daher zeigten sich auch mehr Details im H-alpha-Licht als in den letzten Tagen. Und ich hatte in anderer Hinsicht ebenfalls Glück: Die Wolken hielten sich bis zum Entstehen dieses Blogbeitrags zurück, danach zog es sehr schnell wieder zu und es gab nu noch ein paar einzelne Wolkenlücken.

Vom Weißlicht gibt es nichts Neues zu berichten, denn die Sonne ist nun schon am 3. Tag in Folge fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung bei den heute sehr guten Luftbedingungen ein wahrer Genuss. Erstmals seit Wochen konnte ich das typischerweise während der Inaktivitätsphasen der Sonne im Minimum auftretende sogenannte chromosphärische Netzwerk – es erscheint als dunkle Feinstruktur über die Sonne verteilt – beobachten, aber auch sehr viele kleine, stummelige Filamente.

Besonders interessant war heute der Ostrand. Hier hatten sich sämtliche vorhandenen Protuberanzen – immerhin 5 Stück – versammelt. Die auffälligste zeigte nicht nur über der Chromosphäre eine deutliche Aufhellung, hier wies ein kleiner, filigraner Bogen schräg versetzt hinter den von der Erde aus unsichtbaren Teil der Sonnenoberfläche. Nördlich davon ging grad eine Protuberanz in ein Filament über, während die restlichen drei Protuberanzen eher klein waren und kaum über den Rand hinaus reichten.

Auf der Oberfläche konnte ich nicht nur das von der AR 12650, von der im Weißlicht nichts mehr zu sehen war, nach wie vor vorhandene Flaregebiet sehen, sondern auch 10 Filamente und das längste in der Südpolarregion war auch immer noch vorhanden, allerdings hatte sie sich etwas verkürzt. Anscheinend steigt die Aktivität im H-alpha wieder ein wenig an, vielleicht wird man davon auch was im Weißlicht sehen. Man sollte in den nächsten Tagen den Ostrand weiter im Blick haben!

Sonntag, 16. April 2017

Sonne am 16.4.2017

Die morgendliche Beobachtung war wieder mal eine ganz knappe Kiste, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Überraschenderweise zeigte sich zu der Zeit, als ich auf dem Dachboden beobachten konnte, eine vergleichsweise große Wolkenlücke, durch die die Sonne bereits schien. Nach dem Aufwachen sprang ich also aus dem Bett, nahm meine bereit stehenden Sachen und konnte auch gleich mit der Beobachtung beginnen. 

Leider kam von der großen Wolkenlücke nur ein kleiner Teil an der Position der Sonne an, sodass ich größtenteils durch dünne Schleierbewölkung und dünne Baumäste durchschauen musste. Einen Augenblick später kam noch eine kleine Lücke hinterher, die aber ebenfalls weitgehend an der Sonne vorbeiging und ich wieder nur einen winzigen Teil nutzen konnte. Das Seeing war entsprechend schlecht, der Rand leicht wallend und die Oberfläche leicht zappelig mit kurzen Momenten der Besserung.

Gegenüber gestern hatte sich die Aktivität unseres Tagesgestirn praktisch nicht verändert; im Weißlicht war die Sonne weiter fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht zeigten sich noch weniger Erscheinungen, was nicht nur am schlechten Seeing lag. Ich konnte nur noch 5 kleine Protuberanzen – eine am West- und vier am Ostrand – zählen, zwei Flaregebiete rund um die Position der ex-AR 12650 sowie zwei Filamente: eine Kette und einen Stummel nahe der Flaregebiete. Gleich danach zog der Himmel wieder zu und beendete die Beobachtung.



Samstag, 15. April 2017

Sonne am 15.4.2017

Sturmgepeitscht stand das Fernrohr auf der Fensterbank, trotzte Wind und Regen und schaute beharrlich auf die Sonne …

So ungefähr könnte man die heutige Beobachtungssituation beschreiben, die ich nach ergiebigen Regengüssen am Vormittag um die Mittagszeit herum antraf. Dabei war das Seeing in der relativ großen Wolkenlücke relativ gut, verglichen mit den Tagen vorher.

Im Weißlicht war allerdings kein Fleck mehr zu sehen, die AR 12650 hatte sich aufgelöst und die Sonne war wieder fleckenfrei. Lediglich am Ostrand war ein kleines Fackelgebiet zu sehen. Zwischendurch wallte der Sonnenrand mal heftig, aber da gab sich meist nach kurzen Augenblicken.

Im H-alpha-Licht war das teilweise sehr sprunghafte Seeing auch zu bemerken und die Sichtbedingungen schwankten zwischen sehr guter und vollkommen indiskutabler Sicht hin und her – weitaus stärker als zuvor im Weißlicht. Am Ostrand beobachtete ich gleich ein kleines Konglomerat an Protuberanzen, die zwar klein an Gestalt waren, aber dicht beieinander standen. Darunter auch ein etwas größerer Bogen, sowie einige kleinere Spitzen und ein umgedrehtes Ypsilon, insgesamt 6 Exemplare. Weitaus ruhiger war die Oberfläche, wo ich an der Position der ehemaligen AR 12650 wieder zwei Flaregebiete sah. In der Nähe befand sich auch ein kleines Filament, die beiden restlichen standen in der Nähe der solaren Südpolregion und die kleine Filamentkette war auch noch vorhanden. Ansonsten war die Sonne aber auch im H-alpha weitgehend erscheinungsfrei.

Freitag, 14. April 2017

Sonne am 14.4.2017

Der Tag begann in Teilen sehr sonnig, doch zogen immer wieder mehr oder weniger dichte Wolkenfelder mit relativ hoher Geschwindigkeit dahin, die sich nervig-störend auf die Beobachtung auswirkten und die auch für das zeitweise ziemlich schlechte Seeing verantwortlich waren. Die Sonne zeigte bisweilen einen sehr zackigen Rand und auch die Oberfläche blubberte in manchen Augenblicken wie ein Kochtopf mit heißem Wasser. Dennoch gab es zwischendurch, vor allem wenn die wolkenfreien Phasen größer waren, auch ruhige Momente, in denen man fast ungestört beobachten konnte. Und die Beobachtung fand wieder auf dem Dachboden statt und natürlich noch vor dem Frühstück!

Im Weißlicht war aufgrund der oben genannten Bedingungen das Beobachten sehr schwierig und erst nach längerer Zeit stand fest, dass der »Kleinkram« von gestern entweder nicht mehr vorhanden war oder ich ihn mit meinem kleinen Fernrohr nicht auflösen konnte. Daher sah ich heute nur die AR 12650 als J1, dazu ein Fackelfeld am Ostrand.

Einen Tick besser war es im H-alpha-Licht, wo das schlechte Seeing heute nicht ganz so durchschlug wie gestern. Am Rand fand ich 6 kleine Protuberanzen, die zwar sehr unterschiedliche Formen aufwiesen, aber dennoch nur winzige Ausmaße besaßen. Auf der Oberfläche fiel mir sofort das relativ große, zweigeteilte Flaregebiet rund um die AR 12650 auf. Demnach hätte die Gruppe im Weißlicht eigentlich sehr viel größer sein müssen. Dass es dort dennoch nur einen winzigen Fleck gab, lag an dem lokal nur schwach ausgeprägtem Magnetfeld. Darüber hinaus gab es hier noch 5 Filamente, darunter eine längere Kette in der Nähe des solaren Südpols.

Insgesamt betrachtet war die Aktivität, wie schon in den letzten Tagen, ausgesprochen ruhig.

Donnerstag, 13. April 2017

Sonne am 13.4.2017

Eigentlich hatte ich heute nicht mehr mit einer Beobachtung gerechnet. Nachdem es den ganzen Tag über – während ich auf der Arbeit war und typischerweise am Tag vor Karfreitag auch noch Überstunden machen musste - immer wieder mal sonnig, aber es gab auch reichlich Regen zwischendurch. Als ich dann endlich nach dem Einkauf zu Hause ankam, sah ich die letzte große Wolkenlücke in Richtung Osten abziehen, wie so oft.

Laut Wetterradar sollte aus Richtung Nordsee ein größeres, wolkenfreies Gebiet heranziehen, aber das kam nicht, weil sich immer wieder neue Wolken bildeten. Also hakte ich den Tag innerlich schon mal ab. Dann jedoch zeigte sich eine erste Lücke, in der ich zwar die Sonne, im Teleskop aber nicht mal den Sonnenrand erkennen konnte. Gut 10 Minuten später kam dann eine durchaus noch gerade eben brauchbare Lücke. Das Seeing war dabei gar nicht mal das Schlimmste, sondern der Wind und die hohe Schleierbewölkung. So war der Sonnenrand dieses Mal zwar gut definiert, doch waren Details auf der Oberfläche nur schwer wahrzunehmen. Aber es ging, wenn auch der Hintergrund im Okular sehr weißlich-schleimig erschien.

Im Weißlicht erkannte ich von der AR 12650 nur die kleine Penumbra, weshalb ich die Gruppe als J1 definierte. Schräg darüber war »etwas« zu sehen, das aussah, wie eine kleine Anhäufung von kleinen Flecken, die ich daher als A3 klassifizierte.

Im H-alpha-Licht waren die Beobachtungsbedingungen auch nicht viel besser: der Hintergrund leuchtete gedämpft orange. Das ganz Bild war recht dunkel – der Syph zu dicht -, und dennoch gab es jene kurzen Momente, in denen ich 5 Protuberanzen, 3 Filamente und 2 Flaregebiete sicher erkannte. Kurz danach war die Wolkenlücke wieder zu und jetzt, wo diese Zeilen kurz nach der Beobachtung entstehen, ist der ganze Himmel wieder völlig bewölkt. Da kann ich wirklich froh sein, überhaupt etwas gesehen zu haben, wenn auch unter schlechten und durchaus fragwürdigen Bedingungen.

Dienstag, 11. April 2017

Sonne am 11.4.2017

Unerwarteterweise war heute Morgen der Himmel weitgehend zu dem Zeitpunkt klar, an dem ich auf dem Dachboden beobachten konnte, was ist dann auch tat. Einige durchziehende Wolken waren nervig und das Seeing nicht vom feinsten, obwohl es immer wieder Augenblicke mit fast stehende Luft gab.

Im Weißlicht erkannte ich die AR 12650 sofort. Sie hatte ihre kleinen Flecken verloren und bestand nur noch aus einer kleinen Penumbra, sodass ich sie als J1 klassifizierte. Trotz intensiver Suche entdeckte ich keine weiteren Gruppen, allerdings zeigt sich auf Satellitenaufnahmen einiges an Kleinkram hinter der Gruppe, den ich aber nicht auflösen konnte. Die beiden einzigen Fackelfelder auf der Sonne waren denn auch hinter der Gruppe zu finden.

Im H-alpha-Licht wurde ich überrascht von zwei großen, aufsteigenden Protuberanzen am Ostrand, was darauf hindeutet, dass hier eine weitere Gruppe im Anmarsch ist. Die eine befand sich direkt hinter der AR 12650 und sah aus wie ein hoch aufragender Spitzkegel. Weiter südlich gab es eine schwebende Wolke und nördlich einen weiteren, allerdings wesentlich kleineren Spitzkegel. Im Nordwesten stand ein kleiner Büschel und insgesamt kam ich beim Zählen auf 7 Protuberanzen. Die Oberfläche war dagegen fast erscheinungsfrei, nur zwei helle Flaregebiete und 5 kleine Filamente – eines befand sich am Ostrand im Übergang von Protuberanz zu Filamente – konnte ich dort sehen. Für die nächsten Stunden bzw. Tage sollte man in beiden Wellenlängen den Ostrand im Auge behalten!

Montag, 10. April 2017

Sonne am 10.4.2017

Von einer Magen-Darm-Erkrankung geplagt, schleppte ich mich heute Morgen auf den Dachboden, um enigstens noch eine kurze Beobachtung hinzubekommen. Das Seeing war denn auch gnädig und so konnte ich die Beobachtung binnen gut 10 Minuten abschließen.

Im Weißlicht war die AR 12650 als C3 - in einem auffälligen Fackelfeld stehend – um den Ostrand herumrotiert. Einige Beobachter hatten sie bereits gestern Abend gesehen. Ein zweites, kleineres, Fackelfeld sah ich noch weiter nördlich.

Im H-alpha-Licht war die Aktivität der Sonne weiter niedrig. An der Stelle der AR 12650 sowie weiter im Westen waren je ein Flaregebiet zu sehen, die 3 hier vorhandenen Filamente fielen kaum auf – weite Teile der Sonnenoberfläche waren erscheinungsfrei - und auch die 6 Protuberanzen am Rand waren nur sehr klein. Nach dem Durchgang der neuen Gruppen ist die Sonne abermals in ein zeitlich lokales Minimum gefallen. 

Sonntag, 9. April 2017

Sonne am 9.4.2017

Endlich ist es wieder soweit: ich kann die Sonne wieder morgens vom Dachboden aus beobachten, was ich angesichts des zwar leicht syphig-weißen, aber wolkenlosen Himmels auch gleich ausnutzte. Das Seeing war dann auch noch überraschend gut, doch viel gab es nicht zu sehen.

Im Weißlicht war die Sonne fleckenfrei und am Ostrand konnte ich nur ein kleines Fackelfeld erkennen. Vielleicht erscheint hier demnächst eine neue Fleckengruppe.

Fast das gleiche Bild im H-alpha-Licht: Am Rand gab es 7 kleine Protuberanzen, die meist nur kleine Spitzen zeigten, auf der Oberfläche ein helles Flaregebiet – das an der Position der AR 12648. Die Zahl der Filamente ging auf nur noch 2 zurück. Ansonsten war auch im H-alpha die Sonne weitgehend erscheinungsfrei und am Ostrand zeigte sich nichts Neues.

Samstag, 8. April 2017

Sonne am 8.4.2017

Nach zwei witterungsbedingten Ausfalltagen konnte ich heute nur durch winzige Lücken beobachten, in denen aber das Seeing ganz ordentlich war. Binnen zweier Tage, in denen ich die Entwicklung verpasste, hatte sich das Angesicht der Sonne vollkommen verändert, denn sie war heute wieder fleckenfrei.

Im Weißlicht bemühte ich mich vergebens, eine Fleckengruppe zu finden. Das westlich des Sonnenmeridians stehende Aktivitätsgebiet 12648 zeigte in meinem kleinen Fernrohr keine Flecken und auch am Sonnenrand konnte ich nur 2 kleine Fackelgebiete am Westrand sehen. Nach den großen Gruppen der letzten zwei Wochen war das der totale Gegensatz und die Aktivität – wie eigentlich schon von mir erwartet – wieder völlig in sich zusammengebrochen.

Der milchig-weiße Himmel und die nur kleinen Lücken erschwerten vor allem die Beobachtung im H-alpha-Licht. Anfangs sah ich nur eine gedämpfte orangefarbene Scheibe ohne Details, die erst nach und nach rauskamen. Am Rand zählte ich 7 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 1 helles Flaregebiet – an der Position der AR 12648 – sowie 6 winzige Filamente. Immerhin: es ist eine Beobachtung, wenn sie auch unter äußerst widrigen Bedingungen zustande gekommen ist.

Mittwoch, 5. April 2017

Sonne am 5.4.2017

Zunehmende Winde und ein miserables Seeing bestimmten heute meine Beobachtung: der Rand war durchweg zackig und die Oberfläche blubberte munter vor sich hin. Selbst im H-alpha-Licht war es daher keine leichte Beobachtung. Überdies war die Wolkensituation wieder sehr nervig und ständig durch das Gesichtsfeld ziehende Wolkenfetzen störten die Beobachtung zusätzlich.

Im Weißlicht konnte ich – auch aufgrund des schlechten Seeings, das nur ab und zu kurze Blicke auf eine »klarere« Sonnenoberfläche zuließ – nur noch zwei Fleckengruppen sehen: die AR 12645 als F18 nahe dem Westrand auf der Südhalbkugel und weiter östlich davon die AR AR 12648. Der Norden war heute fleckenfrei und die AR 12649 nicht mehr zu sehen, was aber auch am Seeing liegen konnte.

Im H-alpha-Licht waren die schlechten Bedingungen im Form eines auch hier stark zitternden Randes und einer Oberfläche zu sehen, die anscheinend ständig von durchlaufenden Wellen heimgesucht wurde. Dabei war die Aktivität auch hier zurückgegangen: nur 6 kleine Protuberanzen am Rand und 6 Filamente und 2 Flaregebiete auf der Oberfläche waren zu zählen. Durch die Sonnenrotation hatten sich die Aktivitätsgebiete nach Westen verschoben. Sodass nun weite Bereiche westlich des Sonnenmeridians erscheinungsfrei waren. Am interessantesten war noch ein Filament im Nordwesten, das nun über den Rand tritt und dort als Protuberanz sichtbar wurde. Anscheinend stehen uns nach dem Verschwinden der AR 12645 am Westrand wieder ruhigere Tage auf der Sonne bevor!

Dienstag, 4. April 2017

Sonne am 4.4.2017

Am ersten Tag nach dem Urlaub eine Sonnenbeobachtung zu bekommen, ist eine feine Sache, zumal die Sonne mittlerweile bei Feierabend so hoch steht, dass der Blick auf sie nicht mehr durch Häuser oder Bäume verstellt wird. Die Außentemperaturen waren angenehm, dafür war das Seeing (Ruhe und Schärfe 4 nach der Kiepenheuer-Skala) grottig.

Im Weißlicht war die AR 12644 vollkommen um den Westrand wegrotiert, nachdem sie sich gestern Nachmittag noch mit einer fulminant aufsteigenden Protuberanz verabschiedet hatte. Übrig geblieben war die ihr nachfolgende AR 12649 als C3, die letzte verbliebene Gruppe auf der Nordhalbkugel. Im Süden war dagegen noch die AR 12645 als F16 zu sehen, allerdings scheint ihre Entwicklung nun langsam zu stagnieren. Ganz im Osten war die AR 12648 als D8 zu finden.

Im H-alpha-Licht beruhigte sich die Aktivität jetzt auch etwas. Am Rand befanden sich 6 zumeist sehr kleine Protuberanzen – zwei Bögen, ein Büschel und drei kleine Spitzkegel – zu finden. Am Fußpunkt der Protuberanz, die an der Position der wegrotierten AR 12644 stand, war eine kleine Aufhellung zu sehen, möglicherweise gehen die Aufsehen erregenden Eruptionen von der Erde aus gesehen »hinter der Sonne« weiter. Im Bereich der AR 12645 und der AR 12648 waren im H-alpha noch helle Flaregebiete zu sehen, insgesamt kam ich auf 4 Exemplare. Wer aufmerksam hinschaute konnte auch noch 6 kleine Filamente finden. Es ergab sich heute ein ganz komisches Bild: die Aktivitäten beschränkten sich auf den Ost- und den Westrand, während das Gebiet rund um den Zentralmeridian vollkommen erscheinungsfrei war.

Montag, 3. April 2017

Sonne am 3.4.2017

An meinem letzten Urlaubstag zeigten sich am Vormittag teilweise durchaus längere Wolkenlücken, sodass ich das aktuelle Geschehen weiterverfolgen konnte und das Seeing war auch ganz ordentlich.

Im Weißlicht war die AR 12644 aufgrund der Sonnenrotation weiter gen Westen gezogen und stand genau am westlichen Sonnenrand in einem größeren Fackelfeld. Ich klassifizierte sie abermals als E-Gruppe, dieses Mal mit 12 Flecken. Gleich dahinter stand eine neue Gruppe: eine D4, noch ohne NOAA-Nummer. Diese beiden Gruppen liefen über die Nordhalbkugel. Im Süden fanden sich die AR 12645 als F24 mit weiter sehr auffälligen Penumbren, von denen ich wieder 2 auch mit Objektivsonnenfilter und bloßem Auge sehen konnte. Zumindest bildete ich mir das ein,d enn letzte Sicherheit kontne ich nicht erlangen.

Am Ostrand war die AR 12648 weiter reingewandert und zeigte sich als D5 mit – genau wie bei der anderen neuen Gruppe – nur schwach entwickelten Penumbren.

Schnell wechselte ich danach ins H-alpha-Licht, wo trotz der beiden M-Flares von gestern die Aktivität insgesamt wieder abgenommen hatte. Die beiden Flares – ein M5.3 und ein M5.7 – erreichten um 8:02 UT und um 20:33 UT jeweils ihre Höhepunkte. Heute zählte ich schon 5 Flaregebiete, doch im Gegenzug gab es nur 5 winzige Protuberanzen und 5 Filamente, die aber kaum Kontrast zur restlichen Oberfläche aufwiesen. Überdies war die Sonne fast frei von ihren üblichen Erscheinungen im H-alpha-Licht. Anscheinend kann die Sonne in dieser Phase des ausgehenden 24. Fleckenzyklus keine größeren und länger existierenden lokalen Magnetfelder mehr bilden. Um so erstaunlicher die beiden Ereignisse der letzten Tage, ganz so, als müsse sich unser Tagesgestirn nun etwas von den Anstrengungen der letzten Tage erholen ...

Sonntag, 2. April 2017

Sonne am 2.4.2017

Aufgrund der Rückfahrt vom Urlaubsort gab es gestern für mich den nächsten Ausfalltag, dafür ärgerte ich mich heute erstmal über meinen Standort. Im Urlaub konnte ich vor das Haus gehen und zu Hause musste ich erst einmal wegen der hohen Bäume warten, bis ich mit dem Beobachten beginnen konnte und das trotz blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Dabei hatte sich binnen zweier Tage viel verändert, der Aktivitätsschub war wider Erwarten nicht in sich zusammengefallen, im Gegenteil, er hatte noch zugelegt. Das Seeing war allerdings deutlich schlechter als am Urlaubsort!

Im Weißlicht dominerten weiterhin die beiden Aktiven Regionen der letzten Tage das Geschehen. Die AR 12644 war aufgrund der Sonnenrotation deutlich nach Westen gerückt und hatte nun wieder Flecken und Penumbren zwischen dem voranschreitenden und dem nachfolgenden Fleckenteil. Auch schien sie mir länger geworden zu sein, weshalb ich sie als E14 klassifizierte, auch unter Berücksichtigung der bereits beginnenden Verzerrung am Sonnenrand.

Die größte Entwicklung hat die über die Südhalbkugel laufende AR 12645 durchgemacht, sie hatte an Ausdehnung zugelegt und an Komplexität gewonnen, weswegen ich sie als F19 klassifizierte. Ganz dicht am Ostrand war noch eine A1 in einem Fackelfeld zu finden: die neue AR 12648. Im Norden stand dann noch die AR 12647, die ich aber mit meinem kleinen Fernrohr nicht erkennen konnte. Immerhin gelang es mir noch mit dem Objektivsonnenfilter zwei Flecken mit bloßem Auge zu sehen, wenn auch nur ganz knapp an der Wahrnehmungsgrenze.

Im H-alpha-Licht war das Geschehen schon ein wenig seltsam. Zwar war heute Morgen – wegen meiner Bäume verpasste ich den Helligkeitsanstieg – ein heller Flare in der randnahen AR 12644 zu sehen und auch in der 12645 war eine deutliche Aufhellung zu sehen, doch abgesehen von einen schwachen Flaregebiet rund um die AR 12648 war die Sonne nahezu erscheinungsfrei, nur ein schwaches Filament im Norden und eines im Flaregebiet der AR 12645 war noch zu sehen. Am Rand erkannte ich dann noch 8 Protuberanzen, die meisten davon am Westrand und nur eine im Osten, wobei wieder alle möglichen Formvariationen auftraten: Rampen, Büschel, Spitzkegel und nach außen greifende Bögen.