Donnerstag, 13. April 2017

Sonne am 13.4.2017

Eigentlich hatte ich heute nicht mehr mit einer Beobachtung gerechnet. Nachdem es den ganzen Tag über – während ich auf der Arbeit war und typischerweise am Tag vor Karfreitag auch noch Überstunden machen musste - immer wieder mal sonnig, aber es gab auch reichlich Regen zwischendurch. Als ich dann endlich nach dem Einkauf zu Hause ankam, sah ich die letzte große Wolkenlücke in Richtung Osten abziehen, wie so oft.

Laut Wetterradar sollte aus Richtung Nordsee ein größeres, wolkenfreies Gebiet heranziehen, aber das kam nicht, weil sich immer wieder neue Wolken bildeten. Also hakte ich den Tag innerlich schon mal ab. Dann jedoch zeigte sich eine erste Lücke, in der ich zwar die Sonne, im Teleskop aber nicht mal den Sonnenrand erkennen konnte. Gut 10 Minuten später kam dann eine durchaus noch gerade eben brauchbare Lücke. Das Seeing war dabei gar nicht mal das Schlimmste, sondern der Wind und die hohe Schleierbewölkung. So war der Sonnenrand dieses Mal zwar gut definiert, doch waren Details auf der Oberfläche nur schwer wahrzunehmen. Aber es ging, wenn auch der Hintergrund im Okular sehr weißlich-schleimig erschien.

Im Weißlicht erkannte ich von der AR 12650 nur die kleine Penumbra, weshalb ich die Gruppe als J1 definierte. Schräg darüber war »etwas« zu sehen, das aussah, wie eine kleine Anhäufung von kleinen Flecken, die ich daher als A3 klassifizierte.

Im H-alpha-Licht waren die Beobachtungsbedingungen auch nicht viel besser: der Hintergrund leuchtete gedämpft orange. Das ganz Bild war recht dunkel – der Syph zu dicht -, und dennoch gab es jene kurzen Momente, in denen ich 5 Protuberanzen, 3 Filamente und 2 Flaregebiete sicher erkannte. Kurz danach war die Wolkenlücke wieder zu und jetzt, wo diese Zeilen kurz nach der Beobachtung entstehen, ist der ganze Himmel wieder völlig bewölkt. Da kann ich wirklich froh sein, überhaupt etwas gesehen zu haben, wenn auch unter schlechten und durchaus fragwürdigen Bedingungen.

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