Montag, 17. April 2017

Sonne am 17.4.2017

Der Morgen begann wieder sehr sonnig – ich werde es schmerzlich vermissen, wenn ich ab morgen wieder auf der Arbeit bin und Überstunden machen muss – und so konnte ich gleich wieder auf dem Dachboden beobachten. Dieses Mal bei außergeöhnlich gutem Seeing, was selten genug vorkommt. Daher zeigten sich auch mehr Details im H-alpha-Licht als in den letzten Tagen. Und ich hatte in anderer Hinsicht ebenfalls Glück: Die Wolken hielten sich bis zum Entstehen dieses Blogbeitrags zurück, danach zog es sehr schnell wieder zu und es gab nu noch ein paar einzelne Wolkenlücken.

Vom Weißlicht gibt es nichts Neues zu berichten, denn die Sonne ist nun schon am 3. Tag in Folge fleckenfrei.

Im H-alpha-Licht war die Beobachtung bei den heute sehr guten Luftbedingungen ein wahrer Genuss. Erstmals seit Wochen konnte ich das typischerweise während der Inaktivitätsphasen der Sonne im Minimum auftretende sogenannte chromosphärische Netzwerk – es erscheint als dunkle Feinstruktur über die Sonne verteilt – beobachten, aber auch sehr viele kleine, stummelige Filamente.

Besonders interessant war heute der Ostrand. Hier hatten sich sämtliche vorhandenen Protuberanzen – immerhin 5 Stück – versammelt. Die auffälligste zeigte nicht nur über der Chromosphäre eine deutliche Aufhellung, hier wies ein kleiner, filigraner Bogen schräg versetzt hinter den von der Erde aus unsichtbaren Teil der Sonnenoberfläche. Nördlich davon ging grad eine Protuberanz in ein Filament über, während die restlichen drei Protuberanzen eher klein waren und kaum über den Rand hinaus reichten.

Auf der Oberfläche konnte ich nicht nur das von der AR 12650, von der im Weißlicht nichts mehr zu sehen war, nach wie vor vorhandene Flaregebiet sehen, sondern auch 10 Filamente und das längste in der Südpolarregion war auch immer noch vorhanden, allerdings hatte sie sich etwas verkürzt. Anscheinend steigt die Aktivität im H-alpha wieder ein wenig an, vielleicht wird man davon auch was im Weißlicht sehen. Man sollte in den nächsten Tagen den Ostrand weiter im Blick haben!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen