Mittwoch, 26. April 2017

Sonne am 26.4.2017

Endlich konnte ich einigermaßen störungsfrei nach Feierabend beobachten und es hätte wirklich schön werden können: wenn ich nicht hätte länger arbeiten müssen und wenn das Seeing nicht grottig gewesen wäre. Am Rande einer träge dahinziehenden Gewitterwolke war der Himmel blau und mutig stellte ich mein Teleskop auf der Fensterbank auf. Nur vereinzelte Windstöße störten mein Treiben. Doch der Blick durch das Teleskop war zum Abgewöhnen: ein zittriger Sonnenrand und eine blubberige Oberfläche. Für Sekunden war das Bild zwar besser, um gleich danach wieder katastrophal schlecht zu werden.

Im Weißlicht hatte ich denn auch echte Probleme, überhaupt etwas zu sehen. Von der AR 12651 im Norden sah ich nur die beiden Penumbren, weshalb ich sie als D2 einstufte und die AR 12651 als A1 sah ich zunächst überhaupt nicht. Erst, als ich schon aufgeben wollte, zeigte sie sich ganz kurz, um danach wieder im Seeinggeblubber zu verschwinden. Bei der AR 12653 im Süden war es etwas einfacher: sie war für mich eine H1.

Eigentlich hätte ich mir eine nachfolgende H-alpha-Beobachtung schenken können. Das Seeing schlug hier noch grausamer zu, denn am Anfang sah ich nur ein konturlose Oberfläche und einen wabbeligen Rand ohne Protuberanzen. Aber auch hier zeigte sich zeitweise dann doch etwas und so zählte ich schnell die Erscheinungen durch, bis die Gewitterwolke die Beobachtung vorzeitig beendete. Ich kam – nur mit sehr großer Mühe – auf 6 Protuberanzen (inkl. Einem schwebenden Teil am Westrand), 4 kleine Filamente und 2 Flaregebiete. Es gab nur zählbare Beobachtungen, keine wirklich schönen Astrobeobachtungen am heutigen Tage.

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