Samstag, 8. Juli 2017

Sonne am 8.7.2017

Getreu dem Motto: »Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht« riss die Bewölkung erst auf, als ich eigentlich nicht mehr vom Dachboden aus beobachten konnte. Der Einfallswinkel des Sonnenlichts war zu steil, das Dachfenster zu klein und der Innenhof dank der Bäume sehr schattig. Da man sich dieser Tage aber ohnehin nicht unbedingt mit einem Teleskop zeigten sollte, nahm ich einen Hocker, stellte das Teleskop mit dem Tischstativ auf den Boden und kniete mich davor nieder in einer Art »Gebetshaltung«. Mein Rücken dankte es mir nicht … Zur Entschädigung gab es aber was zu sehen und auch das Seeing war ganz ordentlich.

Im Weißlicht wirkte die AR 12665 noch kompakter als gestern mit dicht beieinander stehenden großen Penumbren. Aufgrund ihrer geringen Ausdehnung klassifizierte ich sie als D-Gruppe mit 11 Flecken. Umgeben war sie von einem nicht mehr ganz so auffälligen Fackelfeld. Dahinter sah ich ein zweites, das aber bedeutend kleiner war.

Im Hα-Licht sah das Ganze schon wesentlich spannender aus: die AR 12665 wurde hier von einem hellen Flaregebiet begleitet und am Ostrand gab es zwei wirklich große Protuberanzen: eine steile Pyramide und ein diffus-fächerförmiges Teil, das beim GONG Hα-Monitor bis fast an den Rand reichte. Darüber hinaus fand ich weitere, sehr kleine Protuberanzen und kam auf 6 Exemplare. Die Oberfläche der Sonne war hier allerdings weitgehen erscheinungsfrei, denn neben dem einen Flaregebiet gab es nur 4 kleine Filamente, die so schwach waren, dass ich sie im PST kaum sehen konnte. Der Anblick der beiden Protuberanzen und des Flaregebiets und im Weißlicht der »fetten« Fleckengruppe war aber die Mühe wert.

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