Donnerstag, 31. August 2017

Sonne am 31.8.2017

Entgegen den Vorhersagen und Erwartungen begann der Tag wieder sehr sonnig: das für den August und besonders den September typische Wolkenloch zwischen Deutschland und Polen hatte sich über Usedom manifestiert und ermöglichte mir eine weitere Sonnenbeobachtung. Das Seeing war angesichts des leichten Dunstes wieder sehr gut, ganz anders als an meinem sonst üblichen Standort in Hamburg.

Gegenüber gestern ist die Aktivität nahezu unverändert. Im Weißlicht ist aus der AR 12672 nun wieder eine D-Gruppe mit 4 Einzelflecken geworden, obwohl sie die im nachfolgenden Teil schon verloren hatte. Das Magnetogramm wies jedoch an dieser Stelle eine eindeutig bipolare Struktur auf. Die AR 12673 blieb unverändert eine J1, dafür ist die AR 12674 nun vollends um den Ostrand herumrotiert und in ihrer ganzen Pracht als E-Gruppe (wenn nicht sogar schon als F-Gruppe) zu erkennen. Mit bloßem Auge habe ich aber noch nichts gesehen, dafür steht sie noch zu sehr am Ostrand. Sowohl im voranschreitenden als auch im nachfolgenden Teil war in den Penumbren jeweils eine Lichtbrücke zu sehen.

Die Aktivität im Hα-Licht zeigte heute ebenfalls eine leichte Stagnation. Die Zahl der Protuberanzen war auf 7 zurückgegangen, weil die gestern noch sichtbaren aufgrund der Sonnenrotation entweder hinter dem Westrand verschwunden oder als Filamente am Ostrand zu sehen sind. Nur im Südosten hält sich noch die eine große Protuberanz. Insgesamt 4 helle Flaregebiete – die auffälligsten natürlich rund um die AR 12672 und die große 12674 – teilten sich die Sonnenoberfläche mit 9 Filamenten, die teilweise als geschwungene Bögen, langgestreckte Strukturen (mittig auf der Sonnenscheibe!) und als breite »Flatschen« zu sehen sind. Die Aktivität konzentrierte sich entlang des Sonnenäquators, sodass große Teile der Oberfläche schon wieder erscheinungsfrei waren.

Das Ganze war möglicherweise wieder nur ein kurzes Aufflammen, doch die Hoffnung bleibt, dass die große AR 12674 endlich mal wieder ein paar anständige Flares in den Weltraum pustet, damit auch Polarlichtbeobachter und -fotografen etwas davon haben!

Mittwoch, 30. August 2017

Sonne am 30.8.2017

Wieder begann der Tag an der Ostsee sehr sonnig, wenn der Himmel auch dunstiger war als gestern. Dafür zeigte sich das Seeing wieder von seiner besseren Seite.

Der Aktivitätsanstieg ist im Weißlicht unübersehbar. Hinter der weit nach Westen gerückten AR 12672 haben sich neue, kleine, Flecken gebildet, sodass ich sie heute als C4 klassifizierte. Die AR 12673 war wie gestern ein J1. Der »dickste Brummer« aber ist die neue AR 12674, die auf der Nordhalbkugel äquatornah hereinrotiert. Sie besitzt zwei ziemlich große Penumbren und gehört wohl schon jetzt zur Waldmeierklasse E, ausgestattet mit insgesamt 6 Flecken. Es kündigt sich also ein neuer Aktivitätsschub an.

Im Hα-Licht war der Anstieg der Aktivität denn auch unübersehbar. Am Rande tummelten sich 12 Protuberanzen – die größte war immer noch jene im Südosten. Aber auch die anderen Materiebögen waren nicht zu verachten und eine Beobachtung Wert. Die Oberfläche zeigte heute 3 helle Flaregebiete: eines bei der AR 12672, eines bei der 12674 und eines ohne Bezug zu einer im Weißlicht sichtbaren Fleckengruppe. Die Zahl der Filamente war auf 10 angestiegen. Das längste stand ziemlich genau in der Mitte der Sonnenscheibe. Weitere größere standen im Nordwesten und am Ostrand. Als Sonnenbeobachter darf man sich auf spannende Tage freuen, wenn da der angekündigte Wetterumschwung nicht wäre, der inkl. Temperatursturz viel bedeckten Himmel und Regen bringen soll … wie beim letzten Durchgang einer großen Fleckengruppe.

Dienstag, 29. August 2017

Sonne am 29.8.2017

Ein neuer, sehr sonniger Tag an der Ostsee und ich konnte abermals die Sonne unter fast sehr guten Seeing-Bedingungen beobachten.

Die Aktivität zieht wieder leicht an. Die AR 12672 ist, wie von mir gestern noch zaghaft vorhergesagt, in sich zusammengefallen. Sie bestand nur noch aus einer J1. Im Laufe des gestrigen Tages gingen alle Einzelflecken verloren. Quasi als Ersatz konnte man bereits gestern Abend eine weitere J1 am östlichen Sonnenrand erkennen, die nun voll auf die erdzugewandte Seite der Sonne hereinrotiert ist. Nördlich davon, genau am Ostrand, kündigt sich eine weitere neue Gruppe an, die anscheinend wieder etwas größer ausfallen wird und heute als ovale H1-Gruppe zu sehen ist.

Im Hα-Licht war die leicht höhere Aktivität denn auch gleich auf den ersten Blick zu sehen: am Sonnenrand standen insgesamt 9 Protuberanzen, die meisten davon im Osten. Im Südosten gab es gar einen größeren Bogen und an der Position der neuen »großen« Gruppe, der H1 im Weißlicht, war eine Aufhellung zu sehen, die auf eine gewisse Flareaktivität hindeutet. Die nächsten Stunden und hoffentlich auch Tage dürften hier sehr spannend werden. Die Zahl der sichtbaren Filamente war auf 8 angestiegen und neben dem neuen Flaregebiet – hier spannte sich ein weiterer Protuberanzenbogen mit einem nach hinten weggehenden Spritzer – gab es ja noch jenes rund um die AR 12672, das allerdings ein wenig kleiner geworden ist. Heute lohnt sich wieder der etwas ausgiebigere Blick zur Sonne.

Montag, 28. August 2017

Sonne am 28.8.2017

Der Tag begann mit leichtem Nebel, der sich aber schnell verzog und mir dann abermals eine Möglichkeit zur Beobachtung bot. Bei gutem Seeing … und schwacher Sonnenaktivität.

Nur noch eine Fleckengruppe war auf der Sonne zu finden: die AR 12672. Seit der letzten Beobachtung ist sie weiter zerfallen und hat nur noch im vorderen Teil eine Penumbra, weswegen ich sie als C-Gruppe mit 7 Flecken klassifizierte. Ob sie die »Ankunft« am westlichen Sonnenrand noch erleben wird, ist zumindest fraglich.

Wenig abwechslungsreich war auch das Geschehen im Hα-Licht. Das aktivste Gebiet war trotz des Zerfalls im Weißlicht die AR 12672, das nach wie vor etliche Verwirbelungen sowie ein darin eingebettetes Filament besaß. Das Flaregebiet war deutlich größer als die Gruppe im Weißlicht, schien aber dennoch gegenüber gestern insgesamt gesehen kleiner geworden zu sein. Daneben gab es im Osten ein etwas längeres Filament und im Südosten geht eine Protuberanz gerade in ein Filament über. Sehr schön zu sehen, wie hier der Übergang erfolgt, was auch ein wenig plastisch wirkt. Ich zählte hier 7 Filamente und 1 Flaregebiet sowie 5 kleine Protuberanzen. ausgerechnet Exemplar, das im Südosten in ein Filament übergeht, war denn auch das größte, dass sich heute Vormittag finden ließ. Weite Teile der Oberfläche der Sonne waren in diesem Wellenlängenbereich denn auch wieder erscheinungsfrei.  

Sonntag, 27. August 2017

Sonne am 26. und 27.8.2017

Das oft wechselhafte Wetter an der Ostsee bescherte mir auch in den vergangenen beiden Tagen vormittags Wolkenlücken, die ich gut für meine Sonnenbeobachtungen nutzen konnte.

Die zerfallene AR 12671 ist nun fast über den Westrand wegrotiert und heute war dort nur noch der f-Teil in Form einer C3-Gruppe zu sehen, die von einem kleinen Fackelfeld umgeben war. Übrigens das einzige, das ich finden konnte. Die AR 12672 hat offenbar auch ihren Höhepunkt bereits überschritten, denn die Penumbren haben stark abgenommen bzw. sich teilweise aufgelöst. Einzig die Ausdehnung lässt sie noch in der Waldmeierklasse E verharren. Ich schätze, dass sie sich in den kommenden Tagen alsbald weitgehend auflösen wird.

Die Region rund um die AR 12672 ist die aktivste in der über der Photosphäre liegenden Chromosphäre, die wir ja mit PSTs etc. beobachten. Hier zeigte sich im Zentrum der Region eine filigrane Feinstruktur, die allerdings nur ein einziges kleines Filament enthielt. Neben einer kleinen Filamentkette im Osten waren nur kleine, punktförmige Exemplare zu finden: insgesamt 5 Stück. Der dicke »Flatschen« von gestern war nicht mehr zu sehen. Am Rande tummelten sich dann noch 6 kleine Protuberanzen und auch das aktuelle Magnetogramm zeigt Aktivität nur rund um die Aktive Region. Ansonsten war die Oberfläche der Sonne in diesem Wellenlängenbereich fast erscheinungsfrei.

Freitag, 25. August 2017

Sonne am 24. und 25.8.2017

Wiederum sind zwei Tage vergangen, an denen ich die Sonne morgens vom Hotel aus bei leicht bzw. überwiegend bewölktem Himmel beobachten konnte, wobei auch das Seeing ganz ordentlich war.

Seit dem letzten Blogbeitrag hatte sich die AR 12671 auf ihrem Weg zum Westrand stark verändert. So hatte sie ihren mittleren komplett verloren und sie bestand nur noch aus zwei Teilen – obwohl das Magnetogramm die ganze Region als ein aktives Gebiet auswies. Dementsprechend klassifizierte ich sie auch als zwei Fleckengruppen: eine D8 und eine D2. Der ehemals voranschreitende Teil der Gruppe war heute auf die Stufe C mit 5 Einzelflecken zurückgefallen, im hinteren Teil war die Penumbra verschwunden. Der frühere nachfolgende Teil war gestern eine D2 und heute eine D4. Wesentlich spannender entwickelte sich die AR 12672. Sie hatte sich soweit ausgedehnt, dass sie zur Klasse E aufstieg. Sie wies gestern 14 und heute 9 Flecken mit allerdings recht großen Penumbren auf. Gestern war dann noch für ganz kurze Momente die A1 vor der 12672 zu sehen. Heute konnte ich sie nicht mehr erkennen. Daher ist die Gruppenzahl bei mir auf 3 zurückgefallen.

Deutlich weniger spannend verliefen die beiden letzten Tage im Hα-Licht. Die Protuberanzen blieben von ihrer Dimension her bescheiden – ich zählte an beiden Tagen 7 Stück – und auf der Oberfläche tummelten sich 3 bzw. 4 Flaregebiete und jeweils 8 kleine Filamente. Das einzig auffällige Exemplar war im Norden als recht großer »Flatschen« zu finden. Die AR 12672 blieb auch gestern und heute relativ flarearm. Lediglich einige c-class-Ereignisse konnten bislang beobachtet werden. Eine – wieder einmal – enttäuschende Bilanz bei einer so großen Gruppe, die das Schicksal so vieler anderer der letzten Monate teilt, die ebenfalls kaum stärkere Ausbrüche auf der erdzugewandten Seite der Sonne hervorbrachten.

Mittwoch, 23. August 2017

Sonne am 22. und 23.8.2017

Nachdem ich mir per Livestream via NASA TV die totale Sonnenfinsternis auf dem Rechner anschauen konnte – im deutschen TV gab es dazu nach 20 Uhr nur noch wenige oder gar keine Livebilder – war die »normale« Sonnenbeobachtung tags darauf auch wieder irgendwie spannend. Nachdem es gerstern erst spät abends aufklarte, konnte ich heute schon am Vormittag vom Hotel aus beobachten. Bei durchweg gutem Seeing.

In den letzten beiden Tagen hat sich durchaus einiges ereignet: die AR 12671 ist immer länger geworden und mittlerweile – nach meiner Einschätzung – in drei Teile zerfallen, wobei der mittlere sich jetzt langsam aufzulösen scheint. Die AR 12672 entwickelte sich behutsam weiter, hat aber die Grenze zu Klasse E wohl noch nicht überschritten. Davor, in Richtung zur AR 12671m befindet sich nach wie vor eine kleine Gruppe, die wohl, wie ich aus dem Kreis der Hamburger Sonnenbeobachtergruppe erfahren konnte, eine kleine B-Gruppe ist. Sie ist ein klassisches Beispiel dafür, wie schnell solche Gruppen bei kleinen Instrumenten aus dem Blickfeld verschwinden. Gestern konnte ich sie nicht mehr sehen, heute morgen wieder, jetzt am Abend aber schon wieder nicht mehr. Sie ist im Seeing gewissermaßen »ertrunken«.

Im Hα-Licht sah man an beiden Tagen großen Flaregebiete rund um die beiden Fleckengruppen, aber nur wenige und zumeist kleine Filamente. Die Zahl der Protuberanzen blieb auch eher bescheiden, gestern kam ich auf 6, heute auf 7 Exemplare und nur eine am südwestlichen Rand ist einen Tick größer und erscheint als wirrer Büschel. Dazu passt gut ins Bild, dass nachdem M1.1-Flare am 20. in der AR 12672 keine größeren Ausbrüche mehr erfolgt sind, ebenso wenig in der AR 12671, die – wie so viele Gruppen der letzten Zeit vor ihr – fast völlig inaktiv blieb und keine großen Flares hervorbrachte.

Montag, 21. August 2017

Sonne am 20. und 21.8.2017

Wenige Stunden vor der totalen Sonnenfinsternis in den USA konnte ich bei sehr wechselhaftem Wetter an der Ostsee die Sonne beobachten. Bereits gestern war mir kurz vor der Abfahrt ebenfalls eine Beobachtung geglückt, allerdings bei grottigem Seeing, samt gezacktem Sonnenrand und einer blubbernden Oberfläche, die vielfach die kleinen Flecken einfach verschwinden ließ. Das heutige Seeing war demgegenüber deutlich besser, trotz des ständigen Wechsels zwischen Wolken, Gewitterregen und Sonnenschein.

In den letzten beiden Tagen hat sich einiges ereignet. So ist die AR 12671 immer länger geworden, weswegen ich sie schon gestern in zwei D-Gruppen aufteilte. Das erscheint zwar recht willkürlich und auch das Megntogramm ist hier nicht wirklich eindeutig, doch die Struktur des die Aktive Region umgebenden Flaregebietes im Hα-Licht schien mir da doch eindeutiger. Allerdings kann man auch weiterhin der Meinung sein, es handelt sich hier um eine einzige, sehr lange F-Gruppe.

Ganz am Ostrand war gestern zudem die AR 12672 als J1-Gruppe zu sehen. Schon Abends konnte ich in kleinen Wolkenlücken erkennen, dass da eine weitere »größere« Gruppe hereinrotiert war. Bei der gerade eben durchgeführten Beobachtungen klassifizierte ich sie als D-Gruppe mit 9 Flecken, während ich die große in eine D10 und eine D18 unterteilt hatte.

Hα-Licht versammelte sich die gesamte Aktivität gestern und heute rund um die beiden Aktiven Regionen. Am Rand waren gestern 10 und heute nur noch 4 Protuberanzen zu sehen. Diese aber hauptsächlich am Westrand zu sehenden Metariebögen dürften bei der totalen Sonnenfinsternis auf jeden Fall zu sehen sein. Man darf gespannt sein, ob man sie auch während der Live-Übertragung im Fernsehen »wiedererkennt«. Auf der Oberfläche waren unterdessen 5 bzw. 6 kleine Filamente zu sehen, die alle dem näheren Umfeld der beiden Regionen zuzuordnen waren. Interessant dagegen die beiden Flaregebiete: das um die AR 12671 war langgestreckt und zerfasert, das um die 12672 auf engstem Raum konzentriert. Hier ist gestern um 1:52 UT auch der erste erwähnenswerte Flare seit einigen Tagen entstanden: ein M1.1. Die AR 12671 ist in dieser Hinsicht völlig inaktiv, wie viele der »großen« Gruppen der letzten Zeit. Bis auf eine Ausnahme hat die AR 12671 bislang nur niedrigklassige c-Flares zustande gebracht und davon nicht mal besonders viele!

PS: Gegen Abend habe ich auf Hinweis eines Sonnenbeobachterkollegen noch mal beobachtet: Am Nachmittag hat sich zwischen der AR 12671 und der AR 12672 eine kleine A-Gruppe gebildet.

Samstag, 19. August 2017

Sonne vom 15.-19.8.2017

Zwischen der letzten und der heutigen Sonnenbeobachtung liegen schon wieder mehrere aufeinder folgende Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters, so dasss ich die rasante Entwicklung der neuen AR 12671 nicht aus eigener Anschauung mitverfolgen konnte. Und selbst heute waren die äußeren Bedingungen miserabel: heftiger Wind, der selbst durch das in Richtung Osten liegende Dachfenster hereinwehte und ein Seeing, das negativer kaum sein konnte. Die Oberfläche blubberte munter vor sich hin und ein klar definierter Sonnenrand war trotz blauem Himmel nicht auszumachen.

Die AR 12671 hatte sich binnen weniger Tage zu einer imposanten F-Gruppe entwickelt, die heute 33 Flecken aufwies. Die Penumbren waren zwar weniger beeindruckend, dafür aber die enorme Länge der Gruppe. Ein Versuch, die Gruppe mit meiner Sonnenfinsternisbrille mit bloßem Auge zu erwischen, scheiterte kläglich.

Im Hα-Licht störte das miese Seeing nur wenig und so konnte ich am Rand 5 kaum auffällige Protuberanzen erkennen, während auf der Oberfläche ein großes Flaregebiet bei der AR 12671 zu sehen war. Die Zahl der Filamente war mit 9 Exemplaren zwar ganz ordentlich, doch waren sie alle insgesamt unauffällig, punkt- oder flatschenförmig. Nur zwei kleine Filamente, darunter ein Mini-Bogen, konnte bei der großen Fleckengruppe gefunden werden. Ansonsten war die Sonnenoberfläche im Hα weitgehend erscheinungsfrei. 

Montag, 14. August 2017

Sonne am 14.8.2017

Eigentlich wäre die heutige Beobachtung kaum der Rede Wert. Bei fast wolkenlosem Himmel – mit nur einigen, kaum störenden Wolken – war sogar das Seeing ganz ordentlich, doch entgegen meinen ursprünglichen Erwartungen war ie Sonne heute nicht fleckenfrei!

Im weißlicht zeigte sich am Ostrand eine kleine J2-Gruppe in einem mehr oder weniger auffälligen Fackelfeld, während der Rest der Sonne keinerlei Aktivität aufwies. Zu dem einen Fackelfeld kamen noch 3 kleine hinzu.

Die Überraschung gab es dagegen im Hα-Licht: An der Position der neuen Fleckengruppe, die derzeit noch keine NOAA-Nummer erhalten hat, war ein heller Flare zu sehen! Den Sonnenrand zierten zudem 10 unterschiedlich auffällige Protuberanzen, während auf der Oberfläche kaum Filamente zu sehen waren. Ich fand ledigleich 5 Stück und die auch nur nahe des Ost-, bzw. Westrandes. Ohne den Flare wäre es eine durchschnittliche Beobachtung geowrden. Die Sonne ist halt immer wieder für Überraschungen gut!   

Sonntag, 13. August 2017

Sonne vom 6.-13.8.2017

Seit meinem letzten Blogeintrag für den 5.8.2017 hat sich auf der Sonne nicht wirklich viel getan. In dem 8 Tage umfassenden Zeitraum, der seit dem vergangen ist, hatte ich leider auch wieder 2 Ausfalltage aufgrund schlechten Wetters zu beklagen. Das sind jetzt schon fast genauso viel wie im gesamten August 2016 …

Die Aktive Region 12670 ist seit dem ruhig mit der Sonnenrotation über den erdzugewandten Teil unseres Tagesgestirn »gewandert«. Anfangs hatte sie noch einen kleinen f-Teil, der sich aber bald auflöste und an einem Tag für wenige Stunden neu bildete. Zuletzt war sie nur noch ein J-Gruppe – nach der Waldmeierklassifikation – mit einem von einer Penumbra umgebenden Fleck. Am heutigen 13. August 2017 dürften wir sie das letzte Mal gesehen haben, denn sie steht gegenwärtig sehr nah am Westrand und wird morgen wegrotiert sein. Eine neue Fleckengruppe ist derzeit nicht in Sicht.

Die Aktivität im Hα-Licht war unterdessen ein wenig höher, vor allem, was die Zahl der Protuberanzen am West- und Ostrand anging. Oft genug waren sie auch in Flaregebiete eingebettet. Eine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe war an dieser Stelle jedoch nicht auszumachen. Es gab nicht mal einen nennenswerten Flare in der ersten Hälfte des Monats August. Am heutigen Tag sind am Rand der Sonne 8 zum Teil wirr strukturierte Protuberanzen zu sehen, während die meiste Aktivität auf der Oberfläche nahe dem Westrand zu finden ist: hier steht das einzige Flaregebiet. Eine der insgesamt 5 Filamente geht hier gerade in eine Protuberanz über, die restlichen sind punkt- und flatschenförmig und nur sehr schwer zu finden, da sie nur einen geringen Kontrast gegenüber der Oberfläche aufweisen. Die weitaus größten Teile der sichtbaren Sonnenoberfläche sind dagegen erscheinungsfrei!

Samstag, 5. August 2017

Sonne am 5.8.2017

Ganz allmählich komme ich jetzt wieder in die Phase, wo die Sonnenbeobachtung an meinem üblichen Standort problematisch wird. Durch die höher gewachsenen Bäume kann ich vor 8:10 Uhr jetzt nicht mehr beobachten – früher war das mal kurz nach 6 Uhr möglich – und wenn man denn noch vom Wetter im Stich gelassen wird, ist der Frust doppelt. Voller Freude baute ich also mein Teleskop auf dem Dachboden auf, da aus Richtung Westen ein großes Wolkenloch heranzog. Doch es kam, wie es nach Murphy wohl kommen musste: es zog exakt an der Sonne vorbei und ich konnte es nicht nutzen. Nur ab und zu konnte ich durch eine dünnere Wolkenschicht hindurchsehen. Mehr war nicht möglich, denn jetzt ist der Himmel wieder völlig dicht …

Im Weißlicht ist die AR 12670 auch heute Morgen die einzig wahrnehmbare Fleckengruppe, die sehr statisch ist und sich seit ihrem Erscheinen am 2. August praktisch nicht verändert hat. Fackelfelder gab es anscheinend auch keine, zumindest konnte ich sie durch die dünnen Wolken nicht erkennen.

Im Hα-Licht machte die Beobachtung keinen Spaß. Die Sonne wirkte hier sehr blass, es waren kaum Einzelheiten zu erkennen. Am Rand erkannte ich mit Mühe 6 Protuberanzen, auf der Oberfläche 1 großes Flaregebiet bei der AR 12670 und 8 Filamente. Nur eines davon – ein kleiner Bogen über der Fleckengruppe – war nicht punkt- oder flatschenförmig. Am Westrand stand eine kleine Filamentkette.

Alles in allem eine Beobachtung, die nur der Gewinnung von Zahlen, aber nicht dem persönlichen Genuss diente.

Freitag, 4. August 2017

Sonne am 3. und 4.8.2017

Der Beobachtungsmonat startete erst einmal mit zwei Ausfalltagen aufgrund schlechten Wetters und verpasster Gelegenheiten. Auch die Beobachtung am 3. August fiel fast Dauerregen und Sturm zum Opfer, wobei ich allerdings zwei lang auseinander liegende Kurzzeit-Wolkenlücken nutzen konnte. Heute war das ein klein wenig anders, es bestand ausreichend Zeit für eine vernünftige Beobachtung, dafür stürmt es jetzt wieder, wo diese Zeilen entstehen … An beiden Tagen war zumindest das Seeing recht ordentlich.

Nachdem ich das Wiedererscheinen der AR 12665 als AR 12670 am 2. August verpasst hatte, konnte ich die Gruppe im Weißlicht immerhin am 3. das erste Mal sehen. Sie war nur ein schwacher Abglanz der letzten Sichtbarkeitsperiode und gestern wie heute nur noch eine C2. Eine weitere Fleckengruppe konnte nicht ausgemacht werden.

Im Hα-Licht konnte an beiden Tagen eine deutliche Aktivitätssteigerung im Zusammenhang mit der AR 12670 nachgewiesen werden, zumal das aktuelle Magnetogramm eine deutlich komplexe Struktur im Umfeld der Gruppe ausweist. Gab es gestern noch 6 kleine und einzeln stehende Protuberanzen sowie 5 kleine Filamente und 1 Flaregebiet zu sehen, waren es heute schon 12 Protuberanzen – die meisten davon am Ostrand (!) - und wie gestern 5 punktförmige Filamente und ein ausgedehntes Flaregebiet rund um die AR 12670. Hier dürfte für die kommenden Tage noch einiges an Aktivität zu erwarten sein, vorausgesetzt, die Gruppe fällt nicht binnen kurzem in sich zusammen, was für die aktuelle Phase des ausgehenden 24. Fleckenzyklus nicht ungewöhnlich wäre.