Montag, 11. September 2017

Sonne am 11.9.2017

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub brachte mir über 2 Überstunden und fast einen Ausfalltag ein. Zum Glück konnte ich gerade noch eine Wolkenlücke nach einem heftigen Regenschauer nutzen. Das Seeing war allerdings entsprechend schlecht: der Rand war gezackt und auch die Oberfläche war nicht freu von blubbereigem Aussehen. Das machte die Beobachtung schwierig.

Im Weißlicht konnte ich vom hintersten Teil der AR 12674 – oder der AR 12679, je nachdem, ob man die Gruppe geteilt hat, oder nicht – gerade noch etwas Penumbra erkennen, weswegen ich sie als J2 einstufte. Die AR 12678 hatte sich überraschend aufgelöst und auf der Ostseite befand sich die AR 12680 als J1. Es waren demnach nur noch 2 Gruppen vorhanden.

Mein PST zeigte im Hα-Licht weiterhin eine höhere Aktivität als im Weißlicht, die aber aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen nur unter größten Schwierigkeiten auszumachen waren. Am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, die interessantesten im Nordosten. Die Oberfläche zeigte noch 4 Flaregebiete und 5 unscheinbare Filamente. Die Aktivität scheint nun wieder abzunehmen. Die AR 12673 ist auch »hinter« der erdzugewandten Seite noch hoch aktiv: nach dem X1.3-Flare am 7. folgte am 10. um 16:06 UT ein X8.2-Flare samt lang anhaltenem koronalen Massenauswurf und Type II Radiostrum, dessen Teilchen auf bis zu 928 km/s beschleunigt wurden. Sie waren allerdings nicht erdwärts gerichtet. Momentan sieht es so aus, als ob nun ein paar ruhigere »Sonnentage« bevorstehen. Aber bei der Sonne kann man das ja nie mit letzter Gewissheit vorhersagen, auch nicht mit den neuesten Methoden deSonnenforscher.

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